Ökologischer Fußabdruck

Was ist der Ökologische Fußabdruck?

Der Ökologische Fußabdruck zählt alle Ressourcen, die für den Alltag benötigt werden, und zeigt auf, wie viel Fläche benötigt wird, um all die Energie und Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Anschließend wird dieser Flächenverbrauch auf alle Menschen hochgerechnet und mit den auf der Erde real verfügbaren Flächen verglichen. Somit stellt der Fußabdruck nur quantitativ die CO2 Bilanz dar, sondern auch qualitativ den Flächenbedarf. Zudem ist der Ökologische Fußabdruck ein Angebot- und Nachfrage-Modell, welches anschaulich widerspiegelt, wie groß die Biokapazität der Erde ist (also was wir von ihr nutzen können) und wie viel die Menschheit von ihr nutzt.

Alle 2 Jahre veröffentlicht der WWF den Living Planet Report, welcher den Verbrauch der Erde nach Nationen aufzeigt. Das Ergebnis für Deutschland: Wenn alle Menschen so leben würden wie wir, bräuchten wir 2,6 Erden, denn der deutsche Fußabdruck liegt bei etwa 5 Hektar. Der gerechte Ökologische Fußabdruck liegt jedoch bei 1,7 Hektar. Dein Ökologischer Fußabdruck

Unsere Erde stellt nur ein gewisses Kontingent an Ressourcen zur Verfügung. Den eigenen Fußabdruck zu ermitteln ist der erste Schritt, damit die Erde in Zukunft für alle bewohnbar bleibt.

Den Ökologischen Fußabdruck berechnen.

Der Ökologische Fußabdruck ist ein komplexer Nachhaltigkeitsindikator, der berücksichtigt, dass alle natürlichen Rohstoffe, die wir zum Essen, Wohnen, Reisen etc. verbrauchen, Platz zum Nachwachsen auf unserem Planeten benötigen. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen (z.B. Wälder, um das CO2 zu binden). Der Ökologische Fußabdruck errechnet, wie viel Fläche wir für all dies beanspruchen.

Im Internet findet sich eine Vielzahl von Modellen, die den ökologischen Fußabdruck berechnen, das Ergebnis mit den Durchschnittswerten der Bewohner anderer Länder vergleichen und ebenso Tipps zur Reduktion bereitstellen, z.B. www.wwf.de

Was ist ein globaler Hektar?

Der Global-Hektar (gha), ist die Maßzahl für die Biokapazität und den Ökologischen Fußabdruck. Er berücksichtigt, dass die verschiedenen bioproduktiven Flächenkategorien (Wald- , Weide-, Acker-, Wasser-, Siedlungs- und Energiefläche) der Erde pro Hektar unterschiedlich viel Ressourcen zur Verfügung stellen können. Der Global-Hektar ist der Durchschnittswert der weltweiten biologischen Produktivität pro Hektar in einem Jahr. Diese Vereinheitlichung wird durch die zwei Umrechnungsfaktoren Äquivalenzfaktor und Erntefaktor ermöglicht.

Der Äquivalenzfaktor beruht auf der Schätzungen der maximalen landwirtschaftlichen Produktivität. Er stellt das Produktionspotenzial einer bioproduktiven Fläche ins Verhältnis zur durchschnittlichen Bioproduktivität aller Flächen. Zum Beispiel ist die Produktivität eines Hektars Fläche der Kategorie “Ackerfläche” mit 2,21 im Durchschnitt doppelt so hoch wie die Produktivität eines durchschnittlichen Hektars aller Flächenkategorien. Für Weideland dagegen beträgt der Äquivalenzfaktor 0,48.

Der Erntefaktor korrigiert die regionalen Unterschiede der Produktivität innerhalb einer Flächenkategorie. So ist ein Hektar Ackerfläche in Deutschland ertragreicher als ein Hektar Ackerfläche in den Savannenregionen Afrikas. Da Ackerland in Deutschland etwa doppelt so ertragreich ist wie Ackerland im weltweiten Durchschnitt, betrug beispielsweise im Jahr 2008 der Erntefaktor für Ackerland in Deutschland 2,5.

Ein Hektar Ackerland in Deutschland entspricht somit 5,5 gha. Da sich die Werte für die Äquivalenzfaktoren und die Erntefaktoren von Jahr zu Jahr leicht ändert, verschieben sich entsprechend auch die Werte für einen globalen Hektar und damit die weltweite Biokapazität.

Siehe: www.plattform-footprint.de

Earth Overshoot Day

Der „Earth Overshoot Day“ markiert den Tag des Jahres, an dem die Menschheit alle Ressourcen des Jahres verbraucht hat. Ab diesem Datum bis zum Ende des Jahres leben wir aus ökologischer Sicht über unsere Verhältnisse. Eigentlich sollte der Overshoot Day mit dem Ende eines Jahres zusammenfallen – 2018 fiel er bereits auf den 2. August. Das ist das früheste Datum, seit die ökologische Überschuldung in den 1970er Jahren begann.

Wie viele Ressourcen (ver-)brauche ich?

Der Earth Overshoot Day zeigt auf schmerzliche Art und Weise, dass sich der Umgang mit unserem Planeten grundlegend ändern muss. Eine grundlegende Änderung bedeutet dabei umweltgerechtes Leben und Handeln – vor allem in den (westlichen) Industrienationen wird allerding nach wie vor viel zu viel konsumiert. Den meisten Menschen ist diese Problematik gar nicht bewusst. Deshalb ist es wichtig, den eigenen, möglicherweise ressourcenintensiven Lebensstil unter die Lupe zu nehmen. Grundsätzlich gibt es hierfür zwei aussagekräftige Modelle: den Ökologischen Fußabdruck und den CO2-Fußabdruck. Beide bewerten das Konsumverhalten in puncto Warmwasser und Strom, Sprit, Fleisch, Flugreisen etc.